wie alles anfing

Nach drei Jahren Abstinenz - bedingt auch durch einen größeren Umzug - war für uns eines klar: es muss wieder ein Hund ins Haus. Zunächst stellte sich die Frage nach der zu uns passenden Rasse. Etwas handlicher als unsere 60kg schwere Landseer-Hündin sollte er schon sein, aber auch kein bereits verzüchteter Modehund, sondern einer, der seine rassetypischen Wesensmerkmale noch erhalten hatte. Also wurde das Hundelexikon gewälzt.
Wir hatten bereits viele Rassen ausgeschlossen, als unser Blick auf einen kleineren, grauen, langhaarigen Hund fiel. Tibet Terrier - von dieser Rasse hatten wir noch nie etwas gehört und dann auch noch ein Terrier. Aber die Beschreibung klang vielversprechend: irreführende Bezeichnung, eigenständiger Hütehund - kein Terrier!!! - zurückhaltend gegenüber Fremden, aus dem Hochland Tibets, die doppelschichtige Unterwolle macht ihn resistent sowohl gegen große Hitze als auch große Kälte. Aber 40cm und 10-12kg, ist das nicht etwas zu klein?
In jedem Falle wollten wir uns diese Rasse genauer ansehen. Wir trafen uns mit Conny, die zwei TT-Hündinnen besaß und auch bereits einen Wurf gezüchtet hatte. Als wir sahen, wie Connys TT Wilma und Fussel über die Wiesen und Felder flitzten war uns klar, diese Rasse passt zu uns. Ein grauer, so wie Fussel, ähnlich dem Foto im Buch und dies obwohl oder gerade weil sich beide erst sehr zögerlich von uns anfassen ließen - eben zurückhaltend gegenüber Fremden, wie im Rassestandard beschrieben.
Bedingt durch unseren Trekking-Urlaub in Nepal begannen wir erst einige Monat später mit der gezielten Welpensuche. Ein graues Mädchen sollte es halt sein, warum uns einige Züchter am Telefon unbedingt einen zobelfarbenen Rüden verkaufen wollten, konnten wir nicht recht verstehen. Dann wurden wir aber doch noch fündig, d.h. zunächst einmal stimmte die Chemie am Telefon.
Am 03.03.1996 ging es dann endlich los zur Familie Schmitt nach Erzhausen nahe unserer alten Heimat. Der positive Eindruck vom Telefon bestätigte sich. Aus dem zweiten Wurf ihrer älteren Hündin "Schimo" (Nyischang-la Od Shi-mo) mit dem Rüden Schanti`s Reggi Lamleh war ein schwarzes Mädchen (Barajah) noch nicht vergeben, von dem Frau Schmitt meinte, sie könne eventuell auch noch grau werden, da wir uns ja eine graue Hündin gewünscht hatten. Nach einem schönen Spaziergang mit den zwei Hündinnen und den Welpen verbrachten wir weitere vier Stunden bei Familie Schmitt. Ganz klar, egal ob grau oder schwarz, Barajah war der Hund den wir gesucht hatten und ich denke, auch sie hat uns auf Anhieb gemocht. Die mitgebrachte Decke kam dann doch noch zum Einsatz, denn wir durften unseren Hund am Ende doch direkt mitnehmen. Auch wenn Frau Schmitt damit ihren Prinzipien untreu wurde hat Sie es sicherlich nicht bereut, denn wir haben uns, denke ich, von Anfang an sehr gut verstanden.

Ja, so hat es halt angefangen mit unserem ersten Tibeter und dem "Bazillus Tibeticus".